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Zwischen dem Atlantik und der Gironde-Mündung liegt mit dem Médoc eine der abwechslungsreichsten Regionen im Südwesten Frankreichs. Kilometerlange Sandstrände, ausgedehnte Pinienwälder, Dünenlandschaften und weltberühmte Weinbaugebiete prägen die rund 80 Kilometer lange Halbinsel nördlich von Bordeaux. Natur, Genuss und Kultur liegen hier oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Für unsere fünftägige Entdeckungstour wählten wir zwei Badeorte an der Côte Atlantique als Ausgangspunkte: Soulac-sur-Mer im Norden und Lacanau Océan weiter südlich. Soulac-sur-Mer begeistert mit seinen Villen aus der Belle Époque, einer lebendigen Promenade und der sehenswerten Basilika Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres, die über Jahrhunderte unter Wanderdünen begraben lag, bevor sie im 19. Jahrhundert wiederentdeckt, ausgegraben und restauriert wurde. Lacanau Océan ist vor allem als Surfparadies bekannt und bietet darüber hinaus kilometerlange Strände sowie ein hervorragend ausgebautes Netz an Rad- und Wanderwegen durch die Pinienwälder. Begleitet wurden wir auf der gesamten Reise von unserem fünf Jahre alten Dänisch-Schwedischen Gardhund Mads, der sich als ebenso begeisterter Entdecker der Region erwies wie wir.
Zwischen Atlantik, Austern und Wein
Unsere Reise begann in Soulac-sur-Mer, einem der traditionsreichsten Badeorte an der Atlantikküste. Der Ort entstand bereits im 19. Jahrhundert als Seebad und hat sich seinen besonderen Charme bis heute bewahrt. Zahlreiche Villen aus der Belle Époque prägen das Ortsbild, während die kilometerlangen Sandstrände und die entspannte Atmosphäre sofort Urlaubsgefühle aufkommen lassen. Nur wenige Schritte von unserer Unterkunft entfernt begann der Strand, an dem wir gemeinsam mit Mads den ersten Abend bei frischem Fisch und regionalen Spezialitäten direkt am Meer ausklingen ließen.

Von Soulac aus erkundeten wir das nördliche Médoc. Ein authentischer Einstieg in das Leben der Region ist der Wochenmarkt von Saint-Vivien-de-Médoc. Zwischen Obst- und Gemüseständen, Käse, regionalen Spezialitäten und Kunsthandwerk wird schnell deutlich, dass hier vor allem Einheimische einkaufen und sich treffen. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz der kleinen Märkte im Médoc aus. Nur wenige Minuten entfernt besuchten wir eine Austernzucht, die auf ehemaligen Salzwiesen entstanden ist. Hier erfuhren wir von Élodie Wissenswertes über die Austernzucht und konnten die berühmten Médoc-Austern direkt vor Ort verkosten. Die Verbindung aus traditionellem Handwerk, regionaler Produktion und der besonderen Landschaft der Feuchtgebiete macht diesen Besuch zu einem echten Erlebnis.
Auch kulinarisch zeigt sich die Region von ihrer besten Seite. Im kleinen Hafen von Talais genossen wir fangfrische Meeresfrüchte mit Blick über die weite Landschaft des nördlichen Médoc. Der Hafen selbst vermittelt noch heute den ursprünglichen Charakter der Region und lädt dazu ein, einfach einen Moment zu verweilen. Restaurantchefin Sophie serviert ihre eigene Variante der „Moules Façon Sophie“: Miesmuscheln mit Chorizo, Speck, Tomaten, Zwiebeln, Sahne und Fritten nach Art des Hauses. Was zunächst ungewöhnlich klang, erwies sich als ausgesprochen köstlich.
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Natürlich darf im Médoc auch der Wein nicht fehlen. Das familiengeführte Château Poitevin liegt zwischen Atlantik und Gironde-Mündung und gehört als Cru Bourgeois Supérieur zu den renommierten Weingütern der Region. Während der Kellerführung erhielten wir von Cloé spannende Einblicke in die Weinherstellung und die Geschichte des Weinguts, das seit den 1950er Jahren kontinuierlich gewachsen ist und bis heute von der Familie geführt wird. Zwei Kisten Wein fanden anschließend den Weg in unseren Kofferraum. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp am Leuchtturm Phare de Richard an der Gironde-Mündung.
Einer der schönsten Momente unserer Reise war jedoch denkbar einfach: Gemeinsam mit Mads verabschiedeten wir den Tag bei einem Picknick am Strand und beobachteten, wie die Sonne langsam im Atlantik versank. Mehr braucht es manchmal nicht.
Pinienwälder, Wellen und unberührte Natur
Nach zwei abwechslungsreichen Tagen fuhren wir weiter südlich nach Lacanau Océan, einem der bekanntesten Küstenorte der französischen Atlantikküste. International bekannt ist der Ort vor allem als Surf-Hotspot. Gleichzeitig bieten die weitläufigen Pinienwälder, Seen und Naturschutzgebiete ideale Bedingungen für Aktivurlauber und Naturliebhaber.
Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp im Naturschutzgebiet der Dünen und Sümpfe von Hourtin ein. Das über 2.100 Hektar große Schutzgebiet bewahrt seit 2009 eine der vielfältigsten Landschaften der Aquitanischen Küste. Dünen, Moore, Wälder und Feuchtgebiete wechseln sich hier ab und bieten zahlreichen Vogel- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum. Die gut angelegten Wanderwege ermöglichen beeindruckende Einblicke in diese weitgehend unberührte Natur.
In Lacanau Océan selbst erkundeten wir nach dem Bezug unserer neuen Unterkunft die Umgebung per Velo. Das hervorragend ausgebaute Radwegenetz führt durch schattige Pinienwälder, vorbei an Seen und bis an die Atlantikküste. Besonders praktisch: selbst Mads konnte dank eines Fahrradanhängers die Touren entspannt begleiten.

Wer Lacanau Océan besucht, kommt am Surfen kaum vorbei. Der Ort zählt zu den bedeutendsten Surfrevieren Europas und richtet regelmäßig internationale Wettbewerbe aus. Auch für Anfänger bieten die zahlreichen Surfschulen ideale Bedingungen, um erste Erfahrungen auf den Wellen des Atlantiks zu sammeln.
Nach unserer ersten Surfstunde blieb genügend Zeit, den Ort auf eigene Faust zu entdecken. Schnell zog es uns jedoch wieder an den Strand. Nachdem uns das Picknick in Soulac bereits so begeistert hatte, wollten wir dieses Erlebnis unbedingt wiederholen. Der Südstrand lag nur wenige Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt und bot die perfekte Kulisse. Dass dieser im Jahr 2025 zum schönsten Strand Frankreichs gewählt wurde, konnten wir nach diesem Abend absolut nachvollziehen.
Zu den schönsten Momenten gehörten auch die frühen Morgenstunden. Noch bevor der Tag richtig begann, führte der erste Weg nach einer Tasse Kaffee gemeinsam mit Mads an den nahezu menschenleeren Strand. Das Rauschen der Wellen, die frische Meeresluft und die aufgehende Sonne sorgten jeden Morgen für einen unvergesslichen Start in den Tag.

Ein weiteres Naturhighlight erwartete uns im Naturschutzgebiet Cousseau. Das zwischen See, Dünen und Wald gelegene Schutzgebiet gehört zu den ökologisch wertvollsten Landschaften des Médoc. Auf den markierten Wegen lassen sich zahlreiche Vogelarten sowie die abwechslungsreiche Flora wie Erdbeerbäume und Fauna der Region erkunden. Auch hier genossen wir die Wanderungen gemeinsam mit Mads, der die ausgedehnten Wege durch Wald und Dünen sichtlich liebte. Wir hatten außerdem Gelegenheit, einer zufällig anwesenden Rangerin bei der Vogelzählung über die Schulter zu schauen und durch ihr professionelles Fernrohr zu blicken.
Zum Abschluss unserer Reise erlebten wir den Lac de Lacanau noch aus einer ganz anderen Perspektive. Zunächst erkundeten wir den See gemeinsam mit Mads im Kanu, bevor wir am Abend an Bord eines traditionellen Flachboden-Austernboots gingen. Während die Sonne langsam hinter den Pinien verschwand und das Wasser in warmes Licht tauchte, wurde noch einmal deutlich, wie vielseitig diese Region ist.

Unser Fazit
Fünf Tage reichen aus, um sich in das Médoc zu verlieben, aber längst nicht, um alles zu entdecken. Zwischen endlosen Atlantikstränden, stillen Seen, ursprünglichen Naturschutzgebieten, hervorragenden Weinen und einer ausgezeichneten regionalen Küche bietet die Côte Atlantique eine beeindruckende Vielfalt auf vergleichsweise kleinem Raum. Hinzu kommen die herzliche Gastfreundschaft und die entspannte Lebensart, die den Aufenthalt so besonders machen.
Ob für Genießer, Naturliebhaber, Wassersportler, Radfahrer oder Hundebesitzer: Das Médoc überrascht mit seiner Vielseitigkeit und Ursprünglichkeit. Dass unser fünf Jahre alter Gardhund Mads uns nahezu überall begleiten konnte, machte die Reise für uns noch entspannter und zeigte einmal mehr, wie hundefreundlich die Region ist. Wer Frankreich einmal von einer ruhigeren, authentischen Seite erleben möchte, sollte dieser faszinierenden Region nördlich von Bordeaux unbedingt eine Reise widmen. Wir sind sicher: Es wird nicht unser letzter Besuch in der Region gewesen sein.
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